Erster Artikel zum Projekt in der WAZ

Kunst im Zauberwald in Neviges

14.05.2012 | 17:29 Uhr

Neviges.   Karsten Behr lebt als Kreativer im Wald rund um die Silvio-Gesell-Tagungsstätte. Mit seinen Werken will er den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.

Der Wald rund um die Silvio-Gesell-Tagungsstätte verändert sich täglich. Nicht nur die Jahreszeiten bestimmen das Bild. Der Skulpturenkünstler Karsten Behr lebt und arbeitet seit April in diesem Wald …

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Filmabend am 13. Mai 2012

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Auftaktveranstaltung GesellSchafftKunst

Donnerstag, 17.05. 2012 ab 17 Uhr bis Sonntag, 20.05. 2012 ca. 14 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

2012, jährt sich der Geburtstag des Sozialreformers Silvio Gesell zum 150. mal.
Viele Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum befassen sich mit dem Leben und Werk von Silvio Gesell. Die Silvio-Gesell-Tagungsstätt

e in Wuppertal ist ein authentischer Ort der Bewegung, die Gesell durch sein Werk in Gang setzte. Anhänger der “Natürlichen Wirtschaftsordnung” erbauten das Haus auf dem damals kahlen Hügel in Wuppertal in siebenjähriger Eigenleistung.
Die Kreativität, das Werk Gesells vielfältig in Szene zu setzen, war an diesem Ort stets groß. So entschied man sich das herrliche Anwesen, auf dem das Haus heute steht, in diesem Jubiläumsjahr für ein außergewöhnliches Projekt zu nutzen.
Zwischen den rund 1.500 Bäumen im knapp 2 ha großen “Freiwirtschaftswald” soll die Verbindung von Natur, Kunst und den Vorstellungen einer natürlichen Wirtschaftsordnung hergestellt werden. Der Künstler Karsten Behr leitet dieses Projekt vor Ort und wird neben seinem kreativen Wirken großen Wert auf die Verbindung zu allen interessierten Menschen und Künstlern aus nah und fern legen.
Bei der Lösung, die Gesell sich für das Geldwesen wünschte, spielt der ungehemmte Fluss von Waren und Leistungen in Verbindung mit dem Tauschmittel Geld eine große Rolle. Das Fließen spielt auch in der Natur eine große Rolle, sodass diese Verbindung ein künstlerisches Element sein wird, welches das Projekt prägen soll. Ein weiteres ist die Darstellung der Schönheit und Notwendigkeit von Werden und Vergänglichkeit. Die Kreisläufe der Natur zeigen, wie wichtig der Verfall des Alten für die Entstehung des Neuen ist. Nichts ist für die Ewigkeit, doch unser heutiges Geldsystem ist in seiner Verfassung auf ewiges Wachstum programmiert.
Auf künstlerischem weg soll in Wuppertal beginnend mit der Veranstaltung im Mai bis in den Spätherbst hinein die Notwendigkeit eines Umdenkens in den brennendsten Fragen unserer Zeit dargestellt werden.

Das ganze Programm ist sehr umfassend. Vorträge, im Wald wandeln oder einfach am Lagerfeuer sitzen, quatschen und Musik machen, relaxen und vernetzen.
Alles soll drin sein ;-)

hier auch nochmal die offizielle Einladung mit Anmeldung, wenn man möchte:
http://www.silvio-gesell-tagungsstaette.de/?page_id=66

und das Tagungsprogramm:
http://www.silvio-gesell-tagungsstaette.de/wp-content/uploads/2006/10/GSK2012_Flyer.pdf

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Das Projekt hat begonnen

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Aktuelles Projekt “Gesell Schafft Kunst” 2012

Click aufs Bild, dann gehts direkt zum Artikel. Anfang April geht es los !!! Ich freue mich schon !!!

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HERZLICH WILLKOMMEN,

zum Wanderleben und den Ideen zum Wand-erleben von Karsten Behr

Bitte nutze die buttons oben um zu den jeweiligen Themengebieten zu gelangen.

 

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Wir gestalten zusammen !!

In diesem Jahr bin ich auf eine schöne Idee gekommen! Viele Haus .- u. Wohnungsbewohner möchten gerne SELBST Hand an ihre Wände und Räume legen, um aus der Tristesse der Rauhfasertapete und des “rechten Winkels” zu gelangen.

Dabei bin ich gerne für einen vereinbarten Zeitraum direkt vor Ort und “Leinwand”, die hier IHRE WÄNDE sind !!

Ich gestalte MIT IHNEN IHREN LEBENSRAUM ! Ein schönes Angebot für SIE, ihre LIEBSTEN, ihre FAMILIE, ihre FREUNDE und die gesamte LEBENSGEMEINSCHAFT.

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Arbeiten von Karsten Behr in der Galerie-Graf-Adolf / Köln-Mülheim

Maße 50 x 200 cm , Gewicht: ca. 80 kg

Interview mit Karsten Behr von Ilka Baum:

In einer Dauerausstellung in der Galerie-Graf-Adolf präsentiert der Künstler Karsten Behr Objekte, mobiler Wandgestaltung. Der gelernte Stuckateur hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wände, Räume und Außenfassaden in Form von organischen Strukturen, schöner und liebevoller zu gestalten. In seiner Motivation spielt das Urbedürfnis des Menschen nach einer warmen und geborgenen Atmosphäre eine maßgebliche Rolle. Die bestehende Funktionalität wird mit den individuellen emotionalen Bedürfnissen, des Raumbewohners, verbunden. Aus seiner mobilen Serie „WAREMO“ können sich die Besucher, anhand der Modelle „planta“ und „ignis“, einen Eindruck der eindrucksvollen Arbeiten des Künstlers bekommen. Karsten Behr schafft sowohl freie, als auch Auftragsarbeiten.

Wir haben den sympathischen Visionär getroffen und mit ihm über seine künstlerische Arbeit gesprochen:

Hallo Karsten, du hast nach deiner Schulzeit, eine Ausbildung zum Stuckateur, bei der Firma Friedrich Antoni absolviert. Hierbei hast du das Handwerk kennengelernt und es begleitet dich seit 20 Jahren. Inwieweit hat dich deine Ausbildung beeinflusst?
Die Firma Antoni hat sich auf Stuckarbeiten und Stuckrestaurierung im Raum Düsseldorf – Köln – Bonn spezialisiert. Friedrich Antoni ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet. Ich hatte das Glück in dieser Werkstatt die alten Handwerkstechniken des Stuckateurs zu erlernen. Dadurch habe ich mir Fertigkeiten angeeignet und die Liebe zu meiner Arbeit entdeckt.

Deine Werke zeichnen sich durch phantasievolle und runde Formen aus. Warum schaffst du organische Strukturen?
Für mich ist alles Natürliche organisch. So sehe ich, dass alles lebt, wächst und zerfällt. Das Existierende unterliegt einer ständigen Veränderung, Weiterentwicklung und Umwandlung. Dies geschieht durch Bakterien, Mikroben, Pilze, durch den Mensch, durch Zerfall u.s.w. Das Organische ist das Leben.
Ich bin ein Künstler, der sich mit dem Leben beschäftigt. Ich liebe es. Da ich jetzt lebe, möchte ich mich auch damit beschäftigen.

Wie nimmst du das Leben wahr und überträgst es in die Wandgestaltung?
Als ein Kind, durch eine Frau, in meine Hände geboren wurde, sah ich lauter organische Formen. Das war überwältigend. In bestimmten Wahrnehmungszuständen wird dieses sichtbarer. Man sieht,  dass alles vibriert, schwingt, sich bewegt und selbst starres in Bewegung ist. Ich stelle diese Prozesse in meinen Objekten dar. Die gestalteten Elemente können dann, wiederum an weiteren natürlichen Prozessen, durch Verwitterung, Bepflanzung und Tiere, teilhaben.

Wie sieht das konkret aus?
In meinen mobilen Wandgestaltungen können bspw. Vögel ihre Nester bauen oder Pflanzen eingesetzt werden. Ich mag es die Natur zu fördern.

Du hast eine sensitive Wahrnehmung für das Leben entwickelt. Deine Arbeiten selbst sind aber nicht nur dekorativ, sondern haben einen praktischen Zweck. Welcher Gedanke steht dem zu Grunde?
Ich zeige Menschen auf, dass eine Wand nicht mit der Raufasertapete beendet und begraben sein muss. Wände bieten mehr. Sie können Natur in den Raum transportieren. Ich meine, was haben wir heute schon? Eine Rauhfaserwand, ein Bild mit Wasserfall oder einem Kornfeld und auf der Fensterbank ein paar Töpfen mit Pflanzen. Das ist zu wenig, da geht mehr.

Du kritisierst die herkömmliche Gestaltung unseres Lebensraumes. Warum?
Wir Menschen leben darauf ausgerichtet, die Natur zu bekämpfen, damit wir leben können.
Ein Roboter würde sich sicher wohl fühlen in unserer selbst geschaffenen Umgebung. Aber wir sind ja Menschen und somit Teil der Natur. Ich empfinde übliche Objekte aus Stahl, Glas und Beton eher als kalt, abstoßend. Wir haben früher in Höhlen gewohnt. Diese waren rund und man hat im Geborgenen gelebt. Wir werden aus der weichen, warmen Gebärmutter in unsere Welt geboren. Das ist ein Schock für jedes Wesen. Hier setze ich an.

Was machst du anders?
Ich sehe mich der Nachbesserung verpflichtet. Der Punkt an dem Architekten, Bauherren und Unternehmen ihre Arbeit als beendet sehen, ist für mich der eigentliche Baugrund für meine Arbeit.
Meine Objekte sind das Gegenteil von quadratisch, eckig, praktisch. Ich bin damit beschäftigt die Natur in den vom Menschen zerstörten Raum wieder zurück zu bringen. Sie sind rund, voller Leben und laden zum schönen Traum ein.

Das heißt du entwickelst Bestehendes weiter?
Ich bin kein Mensch der sagt, ich bin der Künstler und ich schaffe etwas Neues. Es ist immer irgendetwas vorhanden. Gerade in meinem Handwerk.

Wie funktioniert die praktische Umsetzung der Wandgestaltung?
Meistens entstehen meine Objekte auf der Wand.
Zu Beginn zeichne ich aus dem Bauch heraus Linien darauf. Manchmal sind dies schon organische oder florale Motive. Je nachdem arbeite ich hier Kundenwünsche in die Vorlagen mit ein. Danach trage ich die plastischen Massen auf die Linien auf und bearbeitete diese. In dem Gestaltungsprozess kann sich noch einmal einiges verändern.

Welche Baustoffe verwendest du bei der Gestaltung?
Im Innenwandbereich arbeite ich meist auf Gipsbasis oder mit Lehm. Letzteres hat den Vorteil, dass die Räume durch die Farbe und den Geruch noch organischer werden. Gips hingegen ist härter. Das entscheide ich je nach Funktion des Raumes.
Im Außenbereich verwende ich Lehm, wenn die Wand feuchtigkeitsgeschützt ist. Ansonsten gestalte ich dort aufgrund von Zementbasis. Hier arbeite ich ggf. Farbpigmente mit ein, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen.

Der Phantasie sind bei deinen Wandgestaltungen keine Grenzen gesetzt. Wie gestaltest du zusätzlich zu Form und Farbe?
Das entscheide ich individuell, ggf. mit dem Auftraggeber gemeinsam. Es ist vieles möglich. Von Lichtern, über Pflanzen, Wasser und anderen Ideen, setze ich alles um, was im Rahmen meiner Möglichkeiten zu realisieren ist.

In welchem Maße erledigst du Auftragsarbeiten?
Momentan bevorzuge ich Auftragsarbeiten, da ich das Bedürfnis habe, zielgerichtet zu schaffen und zu gestalten. Diese Arbeit hat ihren Reiz im Dialog mit dem Kunden, was die Vorstellung und den gemeinsamen Prozess angeht. Wenn mir jemand einen Auftrag erteilt, dann kann ich aktiv werden. Wohingegen ich bei freien Arbeiten im Nachhinein Liebhaber finden muss. Zusätzlich gibt mir der Vorschuss Planungssicherheit. Ich habe die finanziellen Mittel zur Verfügung um aktiv werden zu können.

Welche Ideen verwirklichst du?
In dem Moment wo ein Mensch auf mich aufmerksam wird, setzt bei ihm der Gedanke an: Die Gestaltungsmöglichkeiten sind so flexibel, da kann ich ja einen Traum von mir mit hineinbringen!
Daraus ergibt sich dass im ersten Gespräch viele Auftraggeber sagen: „Ich habe da so eine Idee. Ich war mal in der Toskana, in der Wüste oder in Thailand…“ Meistens haben die Kunden eine eindrucksvolle Erfahrung gemacht und wollen das, was sie gesehen haben, von dort zu sich nach Hause transportieren.

Wie setzt ihr das schließlich um?
Wir entwickeln gemeinsam etwas, was in die Vorstellung des Auftraggebers passt und ich setzte dies, auf meine Art um. Wir schaffen also etwas und freuen uns gemeinsam darüber, wenn es fertig ist. Ich habe nichts davon, wenn ich etwas schaffe und es gefällt den Menschen nicht. Das ist mir zum Glück auch noch nie passiert.

Die freien Arbeiten kommen aus dir heraus. Wie gestaltet sich hier der Entwicklungsprozess?
Es ist wie ein Vulkan, der ausbricht. Was ich mit einer zündenden Idee gleich setze. Schließlich will die Lava geformt werden, bevor sie erstarrt. Freies Arbeiten ist sofort im Hier und Jetzt. Etwas will geboren werden, das ist schön und hat viel mit Schmerzen zu tun.
Das heißt dies ist sehr aufreibend und das Objekt erfüllt erst einmal keinen Zweck.

In der Galerie-Graf-Adolf haben Besucher die Möglichkeit mobile Wandgestaltung von dir zu betrachten. Kannst du uns diese Werke genauer erklären?
Ich zeige hier das Modell WAREMO der Serie 0. Die Objekte nennen sich planta (lat. Pflanze) und ignis (lat. Feuer). Sie können also bepflanzt oder befeuert werden. Es sind Grundmodelle, wobei Variationen mit Wasser und elektrischem Licht möglich sind. Die Objekte sind aus Beton geformt und mit Pigmenten versehen, um einen erdigen Effekt zu erzielen.

Du lebst seit kurzem wieder in Köln. Welche Pläne möchtest du gern verwirklichen?
Ich strebe an, mehrere Orte bewohnen zu können. Deutschland ist als Aufgabenfeld unerschöpflich und ich fühle mich mit dem Land sehr verbunden. Allein schon, weil meine Kinder hier aufwachsen. Ich will es Kindern schön machen, mit schönen KiTas, schönen Geburtshäusern und schönen Straßen. Andererseits brauche ich dafür Inspiration. Schöne Orte finde ich meistens in Holland oder Spanien.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mehr Vernunft und Liebe in der Welt der Menschen. Dadurch werden schöne Orte entstehen. Erlebnisse, wie bspw. meine Schulzeit, die momentane Arbeitswelt und überflüssige und ungesunde Konsumprodukte werden der Vergangenheit angehören. Ich wünsche mir das Paradies auf Erden und mache dafür viel. Denn ich weiß, dass auch dieses Wunder der Mensch vollbringen kann. Wenn wir auf den Mond fliegen und ein Auto erfinden können, dann bin ich überzeugt, dass wir das Paradies auf Erden schaffen können. Wir hätten  es schon lange, wenn wir so viel Energie, wie wir in Panzer und Düsenjäger stecken, in Liebe und Schönheit investieren würden.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und viel Erfolg bei deiner Arbeit!

Ilka Baum

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